Das Oceanário de Lisboa ist eines der größten Indoor-Aquarien Europas und die meistbesuchte Attraktion der portugiesischen Hauptstadt. Es wurde für die Expo '98 erbaut – die Weltausstellung am alten östlichen Flussufer, das zum modernen Stadtteil Parque das Nações wurde – unter dem Motto der Ozeane und zieht seitdem Familien aus aller Welt an. Das Gebäude steht auf einem eigenen Pier über dem Wasser der Tejo-Mündung, entworfen vom amerikanischen Architekten Peter Chermayeff, einem Aquarienspezialisten.
Das Herzstück ist ein riesiger zentraler Ozeantank mit rund fünf Millionen Litern Meerwasser, so tief, dass man die gegenüberliegende Glasscheibe aus den Augen verliert. Vier große Lebensräume sind darum angeordnet – sie bilden den Nordatlantik, die Antarktis, den gemäßigten Pazifik und den tropischen Indischen Ozean nach – sodass Sie beim spiralförmigen Abstieg durch das Gebäude denselben gewaltigen Tank immer wieder neben sich sehen, durch riesige Acrylfenster hindurch. Die Illusion entsteht eines einzigen großen Ozeans, von dem die Küsten der Welt abzweigen.
Rund 16.000 Tiere von etwa 450 Arten leben hier, von Haien, Rochen und schwärmenden Thunfischen im Ozeantank bis hin zu Papageitauchern und den verspielten Seeottern, die bei Kindern besonders beliebt sind. Das Oceanário ist zudem eines der wenigen Aquarien der Welt, das den riesigen Mondfisch, die Mola mola, beherbergt. Es ist ein aktives Zentrum für Meeresschutz und Bildung ebenso wie ein Ausflugsziel – und, entscheidend für einen Städtetrip, ein Indoor-Erlebnis, das bei jedem Wetter in Lissabon funktioniert.